P R O J E K T I N F O R M A T I O N E N


Hier finden Sie Hintergrundinformationen zu meinen Projekten:

Von Kohle gezeichnet >> Aktuelle Ausstellung
Liekys - Porträts des Malers
Vom Geist des Ortes
Warschauer Juden
Der Kohlenmann

Von Kohle gezeichnet

Ende 2001 erfuhr ich etwas, von dem ich noch nie gehörte hatte, obwohl ich in Oberschlesien aufgewachsen bin und mein Vater Bergmann war. Ich erfuhr, dass es bis heute immer noch Frauen gibt, die in den Kohleverarbeitungsanlagen schwerste Arbeit leisten. Ich hab mir von ihrer Situation ein Bild gemacht.

In den Jahren 2002-2004 besuchte ich 12 schlesische Zechen. Ich bin dort sehr unterschiedlichen Frauen begegnet – manche scheu und unzugänglich, die meisten aber offen und stolz. Mit ihrer Hilfe bin ich in eine Welt eingetaucht, von der ich bis dahin keine Vorstellung hatte. Niemandem würde ich diese Arbeit wünschen. Die Frauen brauchen sie – oder besser das wenige Geld, das sie bringt.

Die Summe der 3-jährigen Arbeit ist eine Ausstellung in der Stadt, in der alles begann.

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Liekys – Porträt des Malers

Rainer Wegmann hat mich gebeten, einen litauischen Künstler zu porträtieren, von dem er einige Gemälde besitzt. 2000 war ich so weit. Wir fuhren in den baltischen Staat, um den Maler zu fotografieren. Ich kannte ihn persönlich noch nicht. Daher hatte ich noch keine richtige Vorstellung, wie ich meinen „Auftrag“ realisieren würde. Zwei Tage hatte ich Zeit.

Zenonas Liekys ist ein Maler und Bildhauer, der sehr bescheiden in einem kleinen Dorf zwei Autostunden von Vilnius entfernt lebt. Sein Atelier befand sich in einer Holzhütte. Kalt war es und ziemlich eng. Ich hatte immer noch keine Idee. Ich machte einfach ungestellte Bilder und fuhr ziemlich enttäuscht über meine Arbeit nach Hause.

Erst nach zehn Monaten fing ich an, die Bilder abzuziehen. Mein Staunen war riesig, als ich nach der Betrachtung von sechs Abzügen feststellte, dass die Aura von Liekys und seiner künstlerischen Arbeit irgendwie in die Bilder geraten ist. So merkwürdig entstanden also diese Bilder-Eigen-Leben und meine Lieblingsfotoreihe.

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Vom Geist des Ortes

Ich hatte schon immer vor, in der Schlesischen Oper zu fotografieren. Im Mai 2000 hatte ich die Gelegenheit dazu und habe über zwei Wochen Proben zur Premiere von Verdis „La Traviata“ fotografiert. Die Regie führte der polnische Startenor Wieslaw Ochman. Mich faszinierte die magische Atmosphäre dieses Ortes, und ich unternahm den Versuch, sie festzuhalten.

Der dabei entstandene Fotoessay wurde 2001 bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Opernhauses im Foyer ausgestellt.

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Warschauer Juden

Mitte der neunziger Jahre beschloss ich, meine Gleichgültigkeit, vielleicht sogar meine gewisse Ignoranz den polnischen Juden gegenüber zu revidieren. Ich bin im September `95 nach Warschau gefahren. Den Anfang machte ich im Jüdischen Theater. Dort lernte ich unter anderen den Intendanten Szymon Szurmiej, Michal Szwejlich - den ältesten Schauspieler und Jurek Walczak kennen. Dann, in der Synagoge begegnete ich Jakub Zeideman und Mojzesz Szapiro.

Ich besuchte eine jüdische Schule, zwei Rabbiner und Zygmunt-Srul Warszawer. Alles in allem also eine ziemlich „bunte Gesellschaft“. Ich habe einen kleinen Schritt gemacht, um mich der jiddischen Kultur, ihrer Geschichte und ihrer persönliche Seite zu nähern. Diese Erfahrung schätze ich sehr – so wie die Leute, die ich kennen gelernt habe.

Mein Fotoapparat ist wie ein Schlüssel, der mir einige Türen aufmacht und die eigenen Augen auch.

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Der Kohlenmann

Diese Fotoreportage entstand im Mai 1996 im oberschlesischen Bytom. Ich wollte unbedingt die Arbeit einer der letzten Fuhrmänner in der Industrieregion festhalten.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten lernte ich Edward Palinski kennen. Ohne zu zögern erlaubte er mir, ihn bei seiner Arbeit zu begleiten. Er hat sich als äußerst offenes und dankbares „Modell“ erwiesen.

Eine prägende Begegnung mit einem ehrlichen und stolzen Menschen.

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